Summer of 2002 I was interviewed by the French / German TV channel for a documentary on the Origins of Christianity.

The production will be aired in Europe April 3, 9, 10, 16, 17 2004.   David Trobisch                                         

http://www.arte-tv.com/dossier/dossier.jsp?node=597965&lang=de 

bulletProgramm
bulletDie Wissenschaftler
bulletDie grossen Themen - Ausgewählte Zitate

The production will be aired in Europe April 3, 9, 10, 16, 17 2004.   David Trobisch                                        

Programm

Die Geburt des Christentums
von Jérôme Prieur und Gérard Mordillat
Koproduktion ARTE France / Archipel 33
10-teilige Dokumentationsreihe
Erstausstrahlung
3., 9., 10., 16., 17. April 2004
Nach ihrer Serie CORPUS CHRISTI führen Jérôme Prieur und Gérard Mordillat ihre historische Forschungsreise durch das Neue Testament fort.
DIE GEBURT DES CHRISTENTUMS erzählt in zehn Folgen von der Entstehung einer neuen Religion zwischen 30 und 150 n. Chr. In dieser neuen Reihe zeigen Prieur und Mordillat, wie der Tod Jesu, der von den Römern als "König der Juden" gekreuzigt wurde, zum Ausgangspunkt für die unwiderrufliche Trennung zwischen Juden und Christen geworden ist.
Mit den größten Experten aus aller Welt, die auf mannigfaltigen Gebieten beheimatet sind - wie der Exegese, der Textkritik, der Theologiegeschichte, der Geschichte des Judentums, der Forschung über Apokryphen und über die ersten Kirchenväter - berufen sich die beiden Filmemacher auf die einzigen Zeitzeugen dieser Geschichte: alle Schriften, die uns heute zur Verfügung stehen, und vor allem die Briefe des Apostels Paulus und die Apostelgeschichte.
Gérard Mordillat und Jérôme Prieur geben einen Überblick über die zeitgenössische Forschung zu den Anfängen des Christentums, sie zeigen den Forschungsstand und sie erforschen die überraschendsten Hypothesen, die heute von vielen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt, in Paris wie in Tübingen, in Jerusalem wie in Harvard und in Lausanne wie auch in Cambridge gestützt werden.
DIE GEBURT DES CHRISTENTUMS lädt erstmalig zu einer weitgreifenden Auseinandersetzung von Experten ein. Methodisch verfolgt sie Spuren und Indizien und lässt die rätselhafte Zeit der Entstehung des Christentums in einer chronologischen Dar-stellung wiederaufleben: Wie kann es sein, dass diese Geschichte, die in Jerusalem - inmitten des Judentums mit Israel als einzigem
Mittelpunkt - ihren Anfang nahm, dreieinhalb Jahrhunderte später schließlich den
Grundstein für die offizielle Religion des Römischen Reiches und der gesamten westlichen Welt bildet?
STAB
Interviews und Regie : Gérard MORDILLAT und Jérôme PRIEUR
Kamera : Paco WISER
Ton : Freddi LOTH
Schnitt : Marie QUINTON
Mischung : Amélie CANINI
Produzent : Denis FREYD
Redaktion ARTE GEIE : Jacques LAURENT, Peter GOTTSCHALK
Deutsche Fassung : BROADCAST Baden-Baden
Sprecher : Nicole BOGUTH und Patrick BLANK
Koproduktion : ARCHIPEL 33 - ARTE
mit Unterstützung von : Centre National de la Cinématographie, Procirep und Angoa-Agicoa
Vertrieb : Doc & Co
> Samstag, 3. April 2004
20.45 Uhr JESUS
Etwa im Jahre 30 n. Chr. wird Jesus in Jerusalem von den Römern gekreuzigt. Dreieinhalb Jahrhunderte später wird das Christentum zur offiziellen Religion des Römischen Reiches. Innerhalb welcher Zeit wurde Jesus zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes, dem menschgewordenen Gott? War Jesus der Begründer der
Kirche? War es nach Jesu Tod der oberste Jünger Petrus, der dessen Nachfolge als Oberhaupt der Gemeinschaft antrat?
21.35 Uhr JAKOBUS, DER HERRENBRUDER
Warum schien in den ersten Jahren Jakobus, der "Bruder des Herrn" genannt wurde, der wahre Nachfolger Jesu zu sein? Hatte Jesus Brüder? Aber warum verkünden einige der Evangelien die Jungfräulichkeit Marias, der Mutter Jesu? Warum hält seine Familie Jesus für "verrückt"? Befanden sich seine Mutter und seine Brüder in einem Konflikt mit den zwölf Jüngern?
> Freitag, 9. April 2004
22.15 Uhr EIN REICH, DAS AUF SICH WARTEN LÄSST
Anstatt sich zu verstecken oder nach Galiläa zu fliehen, versammeln sich die Jünger Jesu in Jerusalem. Warum nehmen sie dieses Risiko auf sich? Was haben die Jünger zu seinen Lebzeiten von Jesus erwartet? Was erhoffen sie sich auch noch nach seinem Tod von ihm? Handelte es sich bei dem Reich, das Jesus ihnen
angekündigt hatte, um ein gegenwärtiges oder um ein zukünftiges? War es das Reich Israel oder ein Himmelreich? Sollte der auferstandene Jesus wiederkommen? Und wann?
23.05 Uhr FAMILIENSTREIT
Während die Gemeinschaft in Jerusalem auf das Ende der Zeit wartet, organisiert sie sich. Welcher Konflikt zerreißt die Glaubensgemeinschaft und stellt die Hebräer den Hellenisten gegenüber? Wer war Stephanus, ihr Führer und der erste Märtyrer nach Jesus? Warum hat dessen Hinrichtung einen entscheidenden Bruch
innerhalb der Christenbewegung zur Folge? Und warum ihre Ausdehnung über die Grenzen Judäas hinweg?
> Samstag, 10. April 2004
20.45 Uhr PAULUS, DIE UNZEITIGE GEBURT
Paulus soll laut Apostelgeschichte an der Steinigung Stephanus beteiligt gewesen sein, und auch an der Verfolgung der ersten christlichen Juden. Ist Paulus auf dem Weg nach Damaskus konvertiert? Wer war der Apostel Paulus, der einzige aus dem Neuen Testament, der Apostel-briefe unter seinem Namen verfasst hat und gleichzeitig als Held der Apostelgeschichte gilt? Warum nennt er sich selbst den "Geringsten", den Letzten der Letzten?
21.35 Uhr DAS KONZIL IN JERUSALEM
In den vierziger Jahren n. Chr. dehnt sich die Bewegung der Anhänger Jesu auf die jüdische Diaspora aus. In Antiochien, wie auch an anderen Orten, leben in einer Gemeinschaft Juden und Heiden. Ist ein Zusammenleben möglich? Im Jahre 49 bzw. 50 n. Chr. findet in Jerusalem eine Versammlung statt, mit dem Ziel, die Schlüsselfrage zu beantworten: Muss man jüdischen Glaubens sein, um Christ werden zu können? In anderen Worten: Müssen die Männer beschnitten sein? Warum stellt sich Paulus gegen Petrus - den Wortführer der Jünger - und auch gegen Jakobus, den Bruder Jesu?
> Freitag, 16. April 2004
22.15 Uhr DER ZORN GOTTES
Um 50 bzw. 51 n. Chr. sendet Paulus seine Anweisungen von Korinth aus an die christliche Gemeinde von Thessaloniki. Es handelt sich um den ersten Apostelbrief an die Thessalonicher, die älteste Schrift des Neuen Testaments. Warum beschimpft Paulus die Juden als "Feinde der Menschheit"? Ist er der Ursprung des christlichen Antisemitismus? Ist es möglich, dass der Apostel der Autor dieser Sätze war?
23.05 Uhr DIE SCHRIFT ÜBER DIE ANFÄNGE (AT)
Gegen Ende des ersten Jahrhunderts schreibt der Verfasser des Evangeliums nach Lukas ein zweites Buch, die Apostelgeschichte, um von der Entstehung des Christentums zu berichten. Ist die Apostel- geschichte ein Beweisdokument oder eher eine Heldengeschichte über die Anfänge, die von einem geschickten Theologen überarbeitet und korrigiert wurde? Wen möchte er überzeugen? Die Juden? Die Gottesfürchtigen? Die römische Führungsschicht?
> Samstag, 17. April 2004
20.45 Uhr DIE TRENNUNG VOM JUDENTUM (AT)
Als Verkünder des Glaubens an Jesus Christus gilt der Apostel Paulus als der Begründer des Christentums. Hat er Jesus verraten? Hat er den Bruch mit dem Judentum veranlasst? Haben seine Briefe ab den 50er und 60er Jahren n. Chr. schon die Bedeutung, die ihnen später zuteil wird? Warum erinnert die Rolle, die Paulus in der Geschichte des Christentums einnimmt, stark an Marcion, einen Ketzer aus dem zweiten Jahrhundert?
21.35 Uhr VERUS ISRAEL (AT)
Im Jahre 70 n. Chr. wird Jerusalem von römischen Truppen eingenommen und der Tempel wird zerstört. 135 n. Chr. ist das jüdische Volk vollständig entmachtet. Was sind die Konsequenzen des Scheiterns der beiden Judenaufstände? Warum spricht sich das Judentum für den Ausschluss der Christen aus? Warum aber weigern sich die Christen, eine eigene Religion zu gründen? Warum erklärt sich das Christentum etwa 150 n. Chr. sogar zum Verus Israel, zum "wahren Israel"? Welche Folgen hat dieser Schritt für die Juden?

 

Die Wissenschaftler

Die Wissenschaftler
1- Christian B. Amphoux ist Spezialist für die Geschichte des Textes und der Sprache des Neuen Testaments. Unter den Publikationen des Forschers am CNRS (Frankreichs Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) sind "Initiation à la critique textuelle du Nouveau Testament" (in Zusammenarbeit mit Léon Vaganay, Le Cerf, 1986) sowie "La Parole qui devint Évangile" (Editions du Seuil, 1993) und "L'Évangile selon Matthieu: Codex de Bèze" (Le Bois d'Orion, 1996).
2- Pier Franco Beatrice ist Professor an der Universität von Padua, wo er Lehrveranstaltungen zur Entstehung des Christentums abhält. Der Autor zahlreicher Studien befasst sich mit der Geschichte der Theologie, der Liturgie und der christlichen Glaubenslehre.
3- Pierre-Antoine Bernheim lebt und arbeitet in London. Er ist Mitglied der Fondation Noésis und des Voltaire-Kreises der École biblique hors-les-murs sowie Autor von "Jaques, frère de Jésus" (1996, Albin-Michel 2003). Ein Essay über Paulus ist in Vorbereitung.
4- François Bovon ist Professor an der Divinity School der Harvard-Universität (Cambridge, Massachusetts) und ausgewiesener Experte für das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte. Er ist unter anderem Autor von "Luc le théologien" (Labor & Fides, 1988) und "L'Évangile selon saint Luc" (Labor & Fides, 1996-2001).
5- François Blanchetière ist emeritierter Professor der Marc-Bloch-Universität für Geisteswissenschaften in Straßburg. Unter seinen Publikationen sind "Enquête sur les racines juives du mouvement chrétien" (Le Cerf, 2001) und "Les premiers chrétiens étaient-ils missionnaires?" (Le Cerf, 2002) besonders hervorzuheben.
6- Paula Fredriksen ist Professorin des Fachbereiches Theologie der Universität Boston. Die Kirchenhistorikerin befasst sich mit den Anfängen des Christentums und hat unter anderem das Buch "From Jesus to Christ" (Yale University Press, 1988) publiziert.
7- Pierre Geoltrain ist Forschungsdirektor an der École pratique des Hautes Études (Paris) und Spezialist für Ideengeschichte und die Ursprünge des Christentums. Mit François Bovon leitet er die Publikation der "Écrits apocryphes chrétiens" für die Bibliothèque de la Pleiade (Gallimard 1998 und 2005) und hat zusätzlich die Sammlung "Aux origines du christianisme" (Gallimard, Folio 2000) vorgelegt.
8- Christian Grappe, Professor für das Neue Testament an der Fakultät für evangelische Theologie der Universität Straßburg, hat bei Presses Universitaires de France "D'un Temple à l'autre" (1992) und "Images de Pierre aux deux premiers siècles" (1995) veröffentlicht. Seine Arbeiten beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Frühchristentum der Kirche von Jerusalem. Zuletzt erschien von ihm "Le Royaume de Dieu" (Labor & Fides, 2001).
9- Martin Hengel ist emeritierter Professor für das Neue Testament und das antike Judentum an der Universität Tübingen. Seit seinem Klassiker "Die Zeloten" (1961) sind seine Bücher in neun Sprachen übersetzt worden. Genannt seien: "Crucifixion in the Ancient World" (London, 1977) und die neueren Publikationen "Der vorchristliche Paulus" (1991), "Judaica et Hellenistica (1996) und "Paulus zwischen Damaskus und Antiochien" (1997).
10- Moshe David Herr ist Professor für jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Autor zahlreicher Studien, darunter "Aux origines juives du christianisme, les nazaréens et les proto-chrétiens" in Zusammenarbeit mit François Blanchetière (Cahiers du centre français de Jérusalem, Peters, 1993).
11- Simon Légasse ist emeritierter Professor für Bibelwissenschaften an der katholischen Universität Toulouse. Er ist Spezialist für den Prozess Jesu und die Briefe des Paulus und hat dazu "Le Procès de Jésus" (Teil I und II, Le Cerf, 1999), "Paul apôtre" (Le Cerf, 2000) und "L'Épitre de Paul aux romains" (Le Cerf, 2002) veröffentlicht.
12- Jean-Pierre Lémonon ist Professor für neutestamentliche Exegese und die Geschichte des ersten Jahrhunderts an der theologischen Fakultät der katholi-schen Universität Lyon, deren Dekan er ist. Er ist der Verfasser eines Standard-werkes zu Pontius Pilatus (Gabalda, 1981). Er publizierte mit J. Comby "Rome face à Jérusalem, regards des auteurs grecs et latins" (Le Cerf, 1992), "Le monde où vivait Jésus" (in Zusammenarbeit mit H. Cousin und J. Massonnet, Le Cerf, 1997) und zuletzt "Les débuts du christianisme" (Éditions de l'Atelier, 2003).
13- Emmanuelle Main hält am Fachbereich für die Geschichte des jüdischen Volkes der Hebräischen Universität Jerusalem Lehrveranstaltungen über die Zeit des Zweiten Tempels, der Mischna und des Talmud. Sie hat ihre Arbeiten über Flavius Josephus, Qumran und die Apostelgeschichte veröffentlicht und schließt zur Zeit ihre Doktorarbeit über die Sadduzäer ab.
14- Daniel Marguerat ist zur Zeit Dekan der Fakultät für evangelische Theologie der Universität von Lausanne und Autor bedeutender Werke, darunter "La première histoire du christianisme (les Actes des apôtres)", (Le Cerf, Labor & Fides, 1999). Er war mitverantwortlich für "Jésus de Nazareth, nouvelle approche d'une énigme" (Labor & Fides, 2003 - neue Ausgabe) und "Le Déchirement, juifs et chrétiens au 1er siècle" (Labor & Fides, 1996).
15- Der Dominikaner Etienne Nodet, ehemaliger Schüler der École Polytechnique, lehrt an der École biblique et archéologique in Jerusalem und befasst sich mit der Übersetzung und kommentierten Ausgabe der "Jüdischen Altertümer" von Flavius Josephus bei Éditions du Cerf. Nach seinem "Essai sur les origines du judaïsme" beim gleichen Verlag hat er gemeinsam mit Justin Taylor den "Essai sur les origines du christianisme" (1997), "Le fils de Dieu, procès de Jésus et évangile" (Le Cerf, 2002) und "Histoire de Jésus? Nécessité et limites d'une enquête" (Le Cerf, 2003) publiziert.
16- Enrico Norelli lehrt an der freien Universität in Genf. Seine Publikationen widmen sich der apokryphen Literatur, den Apologeten, Marcion und der Geschichte der frühen christlichen Exegese. Gemeinsam mit Claudio Moreschini verfasste er eine "Histoire de la littérature chrétienne ancienne, grecque et latine, de Paul à l'ère de Constantin" (Labor & Fides, 2000).
17- Serge Ruzer ist Spezialist für den Judaismus zur Zeit des Zweiten Tempels und lehrt am Fachbereich für vergleichende Religionswissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem. Alle seine Publikationen sind in englischer Sprache erschienen.
18- Daniel Schwartz ist Professor am Fachbereich für jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er veröffentlichte "Agrippa I: The Last King of Judea" (1990) und "Studies in the Jewish background of Christianity" (1992). Er arbeitet an einer kritischen Edition des zweiten Buches der Makkabäer, das er auch übersetzen wird.
19- Graham Stanton ist Professor am Divinity College der Universität Cambridge. Der Spezialist für das Neue Testament hat unter anderem "Parole d'évangiles" (Le Cerf, 1997) publiziert. Zur Zeit beschäftigt er sich mit Justin dem Märtyrer und den ersten Kirchenvätern.
20- Ekkehard W. Stegemann ist Professor am Theologischen Seminar der Universität Basel. Er publizierte u.a.: "Das Christentum an der Schwelle zum 3. Jahrtausend" (Kohlhammer, 2002; m. Albrecht Grözinger), "100 Jahre Zionismus"  (Kohlhammer, 2000), "Urchristliche Sozialgeschichte. Die Anfänge im Judentum und die Christusgemeinden in der mediterranen Welt" (Kohlhammer, 1997, m. Wolfgang Stegemann).
21- Guy Gedaliahu Stroumsa gründete das Zentrum für das Studium des Christentums an der Hebräischen Universität Jerusalem. Zu den wichtigsten Werken des Spezialisten für die Gnosis gehören "Savoir et Salut" (Le Cerf, 1992), "Hidden Wisdom: Esoteric Traditions and the Roots of Christian Mysticism" (1996) und, gemeinsam mit Jaques Le Brun, "Les Juifs présentés aux Chrétiens" (Les Belles Lettres, 1998).
22- David Trobisch, Professor für das Neue Testament, lehrt zur Zeit außerhalb Deutschlands am theologischen Seminar in Bangor, USA, wo er über frühe Literatur und die Geschichte der Epistel des Paulus arbeitet. In deutscher Sprache publizierte er u.a.: "Die Entstehung der Paulusbriefsammlung: Studien zu den Anfängen der christlichen Publizistik" (Vandenhoek, 1989) und "Die Endredaktion des Neuen Testaments: Eine Untersuchung zur Entstehung der christlichen Bibel" (Vandenhoek, 1996).
23- François Vouga ist Professor an der Kirchlichen Hochschule Bethel, der freien Fakultät für evangelische Theologie in Bielefeld. Er ist Theologe und Spezialist für die Geschichte des frühen Christentums. Wir verdanken ihm unter anderem die "Introduction au Nouveau Testament" (Labor & Fides, 2000) und "Les premiers pas du christianisme" (Labor & Fides, 1997).

Die grossen Themen

Die Rubrik ist den grossen Themen dieser Fernsehreihe gewidmet, in Form von Fragen. Wir zitieren einige Wissenschaftler, die auf manche der Fragen eine von vielen möglichen Antworten geben.
>> 1. Episode: JESUS NACH JESUS
Hat Jesus die Kirche gegründet?
MARGUERAT
Ich denke, man muss sehr deutlich sagen, dass Jesus die Kirche nicht gegründet hat. Jesus hat keinen Raum im institutionellen Sinn geschaffen, den man die Basis der heutigen Kirche nennen könnte.
LEMONON
Meines Erachtens macht die Frage danach, ob Jesus die Kirche gegründet hat, keinen Sinn, und sie ist anachronistisch. Jesus wollte keine Kirche gründen, er wollte die Wiederentstehung Israels.
MAIN
Zunächst einmal gibt es zu Beginn keine Christen. Am Anfang gibt es die Juden, Juden, die verkünden: Jesus ist der Christus, Jesus ist gestorben und wiederauferstanden, er ist der Retter, aber all diese Kategorien (er ist der Messias, er ist der Christus, er ist der Messias), all diese Kategorien sind nur jüdische Kategorien, sie erscheinen völlig fremd ... merkwürdig, fremd und unverständlich für Heiden. Diese Kategorien existieren nicht.
Was ist die Kirche?
Ist Paulus der Inbegriff einer neuen Religion?
HERR
Sollte Jesus jemals von den Toten zurückgekehrt sein, etwa im Jahre 150, und hätte sich umgeschaut, wenn er gesehen hätte, was seine Anhänger aus der von Paulus geschaffenen und sich stetig weiterentwickelnden Religion gemacht haben, wäre er ohne Zweifel in Ohnmacht gefallen. Oder er hätte zumindest nichts wiedererkannt.
Ist Jesus Gott?
Was geschieht in der Zeit nach Jesus Tod?
LEMONON
Was wird uns in den Evangelien vorgesetzt? Obwohl die Gefährten Jesu hervorgehoben werden, gibt es unter ihnen einen Verräter, einen der verleugnet, und diejenigen, die fliehen.
LEGASSE
Es ist ein Schlüssel, eine Tatsachensituation. Denn man muss eben sagen, dass das Christentum im Vergleich zum Judentum versagt hat, wenn ich mich auf diese Weise ausdrücken darf.
Ist Petrus der Erste, dem der wiederauferstandene Jesus erscheint?
Ist Petrus der Nachfolger Jesu an der Spitze der Kirche?
Wie wird Petrus in den christlichen Texten beschrieben?
>> 2. Episode: JAKOB, DER BRUDER JESU
Welche Rolle spielt die Familie Jesu in der ursprünglichen Gemeinschaft?
Hatte Maria außer Jesus noch andere Kinder?
HENGEL
Im Lukasevangelium steht geschrieben: Sie brachte ihren Erstgeborenen zur Welt, nicht wahr? Man kann also annehmen, dass Maria noch andere Kinder zur Welt gebracht hat. Die Evangelisten nach Paulus sprechen von den Brüdern und Schwestern Jesu.  Sie halten sich an das Wort, ohne die Texte auf künstliche Weise zu interpretieren. Es ist diese Interpretation, die heute vorherrscht, selbst in der katholischen Exegese ...
Welche Probleme stellt die Verkündung der ewigen Jungfräulichkeit Marias dar?
FREDRIKSEN
Die Doktrin der ewigen Jungfräulichkeit Marias gibt uns in Wirklichkeit einen Einblick in die theologische Auffassung der Sexualität im 4. und 5. Jahrhundert, nämlich zu der Zeit, als diese Doktrin entstand.  Im katholischen Glauben basiert diese Doktrin auf Texten vom Ende des ersten Jahrhunderts, die von der Jungfräulichkeit Marias bei der Geburt Jesu sprechen:  Es ist eine Art Suppe aus diversen Zutaten, die die griechische Übersetzung der Bibel vorschlägt ...
BERNHEIM
Nun, es ist auch interessant festzuhalten, dass Jesus, insbesondere im Markusevangelium, der Sohn Marias genannt wird, was auf sehr spezielle Weise interpretiert werden kann und nicht immer ein Kompliment ist.  Dies könnte bedeuten, dass der Vater Jesu unbekannt war, da die Menschen zur damaligen Zeit in der Regel als Söhne ihrer Väter bezeichnet wurden, als Ben irgendwas.
TROBISCH
Die Sexualität wird immer als etwas Schlechtes angesehen. Man wünscht sich, dass Maria mit Sex nichts zu tun hat. Als Protestant lehne ich es ab, das Fundament des katholischen Glaubens schlecht zu machen. Wir haben uns unglaubliche Märchen über unsere eigene Geschichte zusammengeschustert.  Luther, der vom Blitz getroffen wurde und überlebte, derartige Legenden kann man nicht überprüfen.
LEMONON
Ich als Historiker meine, man sollte voller Respekt für die andere Position eher denken, dass es sich um richtige Brüder handelt, gleicher Vater, gleiche Mutter und nicht im Sinne eines weiteren Familienfeldes.
Wer ist Jakob, der Bruder Jesu?
Ist der wiederauferstandene Jesus Jakob erschienen?
Ist Jakob der wahre Führer der ursprünglichen Gemeinschaft?
VOUGA
Man fragt sich im Grunde genommen, wo das Erbe ist, nicht wahr? Sind die Anhänger das Erbe oder ist die Familie das Erbe?  Also mein Kollege Jean Ansaldi, mit dem ich 4 Jahre gemeinsam in Montpellier unterrichtet habe und der die Lacansche Bewegung ein wenig verfolgte, hat mir immer gesagt: Siehst du, es ist das Gleiche gewesen, ob in der Lacanschen Schule oder in der Schule Jesu. Es entsteht sofort die Rivalität zwischen der Familie und den Gefährten.
TROBISCH
Man findet in der Geschichte der Religionen etliche Parallelen: Nach dem Tod Mohamets hat sich der Islam dank seiner Familienangehörigen und dank seiner Anhänger verbreitet. Die Geschichte der Mormonen ist ähnlich. Die Familie, die Frau, die Mutter und die Brüder des Gründers haben ihre Doktrin entwickelt, während eine weitere Doktrin von seinen Anhängern entwickelt wurde.
Dies ist völlig typisch. Eine spirituelle Bewegung wird durch die Familie propagiert oder durch die Gefährten des Meisters. Dies beobachtet man im Urchristentum.
Welche Spur von Jakob lässt sich in der christlichen Tradition finden?
>> 3. Episode: EIN KÖNIGREICH, DAS NICHT KOMMT
Auf was hofften die Jünger Jesu?
BERNHEIM
... Ich glaube, für eine große Prozentzahl der Juden, die nicht an Jesus glaubten, war Jesus ein Prophet, der sich geirrt hat, ein falscher Prophet sozusagen.
Warum gab es zwölf Jünger?
Ist das ersehnte Königreich im Himmel oder auf Erden?
GRAPPE
Wie aus der Geschichte hervorgeht, wurde Jesus angeklagt und mit einem Schild gekreuzigt, auf dem stand, dass man ihm offenbar nur vorwarf, den Anspruch erhoben zu haben, der König der Juden zu sein. Die Verkündung Jesu des Reichs Gottes oder des Kommens des Reichs Gottes wurde von einigen politisch verstanden.
Hat das Warten auf das Reich Gottes das Leben der ersten Gemeinschaft beeinflusst?
Wann wird die Ankunft des auferstandenen Jesus stattfinden, die bevorstehende Rückkehr?
>> 4. Episode: FAMILIENQUERELEN
Welche Dokumente erlauben eine Rekonstruktion der Ursprünge der christlichen Bewegung?
HENGEL
Im Gegensatz zur zeitgenössischen Geschichte weist die antike Geschichte nur fragmentarische Quellen und unzählige Lücken auf. Es ist nicht möglich, einen zusammenhängenden Bericht über die Geschichte des Urchristentums zu schreiben, wie wir es für die moderne Geschichte tun würden.
Warum lassen sich die Jünger in Jerusalem und nicht in Galiläa nieder?
Wie organisierte sich die erste Gemeinschaft?
Markiert der Konflikt zwischen den Hebräern und den Hellenisten den ersten ernsthaften Bruch?  
STANTON
Manchmal erinnern mich die Apostelgeschichten an ein impressionistisches Gemälde. An einen Monet im Musée d'Orsay, wenn Sie so wollen ... Aus einer angemessenen Distanz ist es absolut wunderbar, wenn man sich jedoch nähert, sieht man hier einen Pinselstrich und einen anderen dort und wieder hier ...
Und es ist weniger faszinierend.  Genauso ist es mit der Apostelgeschichte: Wenn man zwischen den Zeilen liest, um die versteckte Wahrheit zu rekonstruieren, ist das sehr schwierig. Doch von weitem ist es ein wunderbares Gemälde der Kirche von Jerusalem, in Harmonie lebend und ohne Streitigkeiten.  Natürlich entspricht dies ganz und gar nicht den Tatsachen!
Welche Rolle spielt Stephanus, der Führer der Hellenisten in der Apostelgeschichte?
>> 5. Episode: PAULUS, DIE MISSGEBURT
Wie kennen wir die Persönlichkeit des Apostel Paulus?
Beziehen sich die Epistel von Paulus auf die durch die Apostelgeschichte vermittelte Sicht der Geschichte? 
Welche Informationen kann man aus den Episteln von Paulus ziehen? 
Wie bemächtigt sich die Apostelgeschichte der Figur des Paulus?
Ist Paulus auf dem Weg nach Damaskus konvertiert?
Ist Paulus genauso ein Aposte, wie jene, die Jesus persönlich gekannt haben?
>> 6. Episode: KONZIL IN JERUSALEM
Warum bewegen sich die Jünger trotz des ausdrücklichen Verbots Jesu auf die Heiden zu?
Warum bietet Paulus den Nichtjuden einen Platz in der Gemeinschaft, eine entscheidende Frage?
Muss man jüdisch sein, um christlich zu sein?
Welche Probleme ergeben sich aus der Nachbarschaft von Juden und Nichtjuden?
Welche Aufteilung sichert das Konzil von Jerusalem zwischen Petrus und Paulus, zwischen dem Apostel der Juden und dem Apostel der Ungläubigen.
>> 7. Episode: TAGE DER WUT
Ist die erste Epistel an die Thessaloniker das älteste christliche Dokument?
Wie sind die Verse 14 bis 16 der  Epistel an die Thessaloniker zu verstehen?
Soll  man angesichts dieser Verse von antijüdisch oder antisemitisch sprechen? 
Könnte Paulus deren Autor sein?
Sind die Verse 14 bis 16 im Nachhinein zu den Episteln an die Thessaloniker hinzugefügt worden? 
Wann hätten sie zu den Texten Paulus hinzugefügt werden können?
>> 8. Episode: BUCH DES URSPRUNGS
Ist die Zerstörung des Tempels von Jerusalem im Jahre 70 die wichtigste Begebenheit in der christlichen Geschichte?
Kann man das Datum der Abfassung der Apostelgeschichte festlegen?
Lässt sich der Autor der Apostelgeschichte identifizieren?
War der Autor der Apostelgeschichte ein Reisegefährte von Paulus?
Stimmt die Überlieferung der Apostelgeschichte mit den Überlieferungen der gleichen Begebenheiten in den Episteln von Paulus überein?
Welches Ziel verfolgt der Autor der Apostelgeschichte?
>> 9. Episode: MIT DEM JUDENTUM BRECHEN
Ist Paulus der Erfinder des Christentums?
VOUGA
Man unterstellt Paulus nach wie vor, das Christentum erfunden zu haben, nicht wahr, Jesus wäre in der Vielstimmigkeit des Judentums im ersten Jahrhundert ein gut verständlicher Rabbi gewesen und Paulus hätte etwas ganz anderes erfunden... Ich glaube nichts von all dem.
Ist Paulus Jude oder Christ?
Hat Paulus mit dem Judentum gebrochen?
STANTON
Hier besteht nun eine merkwürdige Situation: Paulus hatte nie vor, mit dem Judentum zu brechen, doch seine Handlungen haben letztendlich zum Bruch geführt.
Welchen Platz nahmen die Episteln von Paulus am Ende des 1. Jahrhunderts ein?
Wer ist Marcion, der Herausgeber der Paulusbriefe?
Welche Theorie vertrat Marcion, der Erfinder des Neuen Testaments?
TROBISCH
Die Ablehnung der jüdischen Bibel obwohl sie der Kern des Neuen Testaments ist war schon immer eine der christlichen Bewegung nicht ganz fremde Idee. Ich habe einen Onkel, der Pfarrer ist, der sich viel darauf einbildet, niemals aus dem Alten Testament zu predigen, da er der Meinung ist, dieser Text sei wertlos. In diesem Sinne sind diese Ideen nie aufgegeben worden ...
>> 10. Episode: DAS WAHRE ISRAEL
Welche Beziehung unterhalten die Christen mit den Römern?
Wer sind die Judenchristen?
STROUMSA
Es gibt eine Reihe von Indizien, die zu der Annahme führen, dass die unter anderem jüdisch-christlichen, aramäischen, christlichen, mehr oder weniger ketzerischen, ketzerisch in Anführungszeichen - und auch die jüdisch-christlichen, vielleicht sogar manichäischen Traditionen, den Ursprung des Textes darstellen, den wir den Koran nennen.
Welchen Zusammenhang kann man zwischen den Judenchristen und dem Islam herstellen?  
STROUMSA
Es scheint, als würden wir heute darauf zurückkommen ... und uns erneut darüber klar werden, inwiefern man den Koran unter Berücksichtigung seines aramäischen, also jüdischen und christlichen Ursprungs, lesen sollte.
Wie Viele Religionen entstehen nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70?
Wie wird der Konflikt zwischen Judentum und Christentum von den ersten christlichen Intellektuellen dargestellt?
STEGEMANN
Die Christentümler, die Christen, sind vom Standpunkt der Römer aus gesehen die Nachkommen oder die Anhänger eines Mannes, den sie hingerichtet hatten und der ihrer Meinung nach ein Aufrührer, ein Rebell, ein Krimineller, ein Asozialer war.
Wie, warum und wann distanzieren sich die Christen vom Judentum?
MAIN
Hier existiert ein Paradoxon und eine Schwierigkeit, denke ich, eine Angst oder ein Zweifel, auf jeden Fall eine Frage, wenn man nicht jüdisch ist und bekundet: Jesus ist der Messias Israels, und man feststellt, dass Israel in seiner überwiegenden Mehrheit, Israel im biblischen Sinn, auf jeden Fall die Mehrheit des Volkes Israel heute, Jesus nicht als den Messias Israels anerkennt. Wie kann ich als Nichtjude sagen, dass dieser Mann der Messias ist, der Ihrige, wenngleich sie sagen: Nein, das ist nicht der Unsere.
Die grossen Themen
Die Rubrik ist den grossen Themen dieser Fernsehreihe gewidmet, in Form von Fragen. Wir zitieren einige Wissenschaftler, die auf manche der Fragen eine von vielen möglichen Antworten geben.
>> 1. Episode: JESUS NACH JESUS
Hat Jesus die Kirche gegründet?
MARGUERAT
Ich denke, man muss sehr deutlich sagen, dass Jesus die Kirche nicht gegründet hat. Jesus hat keinen Raum im institutionellen Sinn geschaffen, den man die Basis der heutigen Kirche nennen könnte.
LEMONON
Meines Erachtens macht die Frage danach, ob Jesus die Kirche gegründet hat, keinen Sinn, und sie ist anachronistisch. Jesus wollte keine Kirche gründen, er wollte die Wiederentstehung Israels.
MAIN
Zunächst einmal gibt es zu Beginn keine Christen. Am Anfang gibt es die Juden, Juden, die verkünden: Jesus ist der Christus, Jesus ist gestorben und wiederauferstanden, er ist der Retter, aber all diese Kategorien (er ist der Messias, er ist der Christus, er ist der Messias), all diese Kategorien sind nur jüdische Kategorien, sie erscheinen völlig fremd ... merkwürdig, fremd und unverständlich für Heiden. Diese Kategorien existieren nicht.
Was ist die Kirche?
Ist Paulus der Inbegriff einer neuen Religion?
HERR
Sollte Jesus jemals von den Toten zurückgekehrt sein, etwa im Jahre 150, und hätte sich umgeschaut, wenn er gesehen hätte, was seine Anhänger aus der von Paulus geschaffenen und sich stetig weiterentwickelnden Religion gemacht haben, wäre er ohne Zweifel in Ohnmacht gefallen. Oder er hätte zumindest nichts wiedererkannt.
Ist Jesus Gott?
Was geschieht in der Zeit nach Jesus Tod?
LEMONON
Was wird uns in den Evangelien vorgesetzt? Obwohl die Gefährten Jesu hervorgehoben werden, gibt es unter ihnen einen Verräter, einen der verleugnet, und diejenigen, die fliehen.
LEGASSE
Es ist ein Schlüssel, eine Tatsachensituation. Denn man muss eben sagen, dass das Christentum im Vergleich zum Judentum versagt hat, wenn ich mich auf diese Weise ausdrücken darf.
Ist Petrus der Erste, dem der wiederauferstandene Jesus erscheint?
Ist Petrus der Nachfolger Jesu an der Spitze der Kirche?
Wie wird Petrus in den christlichen Texten beschrieben?
>> 2. Episode: JAKOB, DER BRUDER JESU
Welche Rolle spielt die Familie Jesu in der ursprünglichen Gemeinschaft?
Hatte Maria außer Jesus noch andere Kinder?
HENGEL
Im Lukasevangelium steht geschrieben: Sie brachte ihren Erstgeborenen zur Welt, nicht wahr? Man kann also annehmen, dass Maria noch andere Kinder zur Welt gebracht hat. Die Evangelisten nach Paulus sprechen von den Brüdern und Schwestern Jesu.  Sie halten sich an das Wort, ohne die Texte auf künstliche Weise zu interpretieren. Es ist diese Interpretation, die heute vorherrscht, selbst in der katholischen Exegese ...
Welche Probleme stellt die Verkündung der ewigen Jungfräulichkeit Marias dar?
FREDRIKSEN
Die Doktrin der ewigen Jungfräulichkeit Marias gibt uns in Wirklichkeit einen Einblick in die theologische Auffassung der Sexualität im 4. und 5. Jahrhundert, nämlich zu der Zeit, als diese Doktrin entstand.  Im katholischen Glauben basiert diese Doktrin auf Texten vom Ende des ersten Jahrhunderts, die von der Jungfräulichkeit Marias bei der Geburt Jesu sprechen:  Es ist eine Art Suppe aus diversen Zutaten, die die griechische Übersetzung der Bibel vorschlägt ...
BERNHEIM
Nun, es ist auch interessant festzuhalten, dass Jesus, insbesondere im Markusevangelium, der Sohn Marias genannt wird, was auf sehr spezielle Weise interpretiert werden kann und nicht immer ein Kompliment ist.  Dies könnte bedeuten, dass der Vater Jesu unbekannt war, da die Menschen zur damaligen Zeit in der Regel als Söhne ihrer Väter bezeichnet wurden, als Ben irgendwas.
TROBISCH
Die Sexualität wird immer als etwas Schlechtes angesehen. Man wünscht sich, dass Maria mit Sex nichts zu tun hat. Als Protestant lehne ich es ab, das Fundament des katholischen Glaubens schlecht zu machen. Wir haben uns unglaubliche Märchen über unsere eigene Geschichte zusammengeschustert.  Luther, der vom Blitz getroffen wurde und überlebte, derartige Legenden kann man nicht überprüfen.
LEMONON
Ich als Historiker meine, man sollte voller Respekt für die andere Position eher denken, dass es sich um richtige Brüder handelt, gleicher Vater, gleiche Mutter und nicht im Sinne eines weiteren Familienfeldes.
Wer ist Jakob, der Bruder Jesu?
Ist der wiederauferstandene Jesus Jakob erschienen?
Ist Jakob der wahre Führer der ursprünglichen Gemeinschaft?
VOUGA
Man fragt sich im Grunde genommen, wo das Erbe ist, nicht wahr? Sind die Anhänger das Erbe oder ist die Familie das Erbe?  Also mein Kollege Jean Ansaldi, mit dem ich 4 Jahre gemeinsam in Montpellier unterrichtet habe und der die Lacansche Bewegung ein wenig verfolgte, hat mir immer gesagt: Siehst du, es ist das Gleiche gewesen, ob in der Lacanschen Schule oder in der Schule Jesu. Es entsteht sofort die Rivalität zwischen der Familie und den Gefährten.
TROBISCH
Man findet in der Geschichte der Religionen etliche Parallelen: Nach dem Tod Mohamets hat sich der Islam dank seiner Familienangehörigen und dank seiner Anhänger verbreitet. Die Geschichte der Mormonen ist ähnlich. Die Familie, die Frau, die Mutter und die Brüder des Gründers haben ihre Doktrin entwickelt, während eine weitere Doktrin von seinen Anhängern entwickelt wurde.
Dies ist völlig typisch. Eine spirituelle Bewegung wird durch die Familie propagiert oder durch die Gefährten des Meisters. Dies beobachtet man im Urchristentum.
Welche Spur von Jakob lässt sich in der christlichen Tradition finden?
>> 3. Episode: EIN KÖNIGREICH, DAS NICHT KOMMT
Auf was hofften die Jünger Jesu?
BERNHEIM
... Ich glaube, für eine große Prozentzahl der Juden, die nicht an Jesus glaubten, war Jesus ein Prophet, der sich geirrt hat, ein falscher Prophet sozusagen.
Warum gab es zwölf Jünger?
Ist das ersehnte Königreich im Himmel oder auf Erden?
GRAPPE
Wie aus der Geschichte hervorgeht, wurde Jesus angeklagt und mit einem Schild gekreuzigt, auf dem stand, dass man ihm offenbar nur vorwarf, den Anspruch erhoben zu haben, der König der Juden zu sein. Die Verkündung Jesu des Reichs Gottes oder des Kommens des Reichs Gottes wurde von einigen politisch verstanden.
Hat das Warten auf das Reich Gottes das Leben der ersten Gemeinschaft beeinflusst?
Wann wird die Ankunft des auferstandenen Jesus stattfinden, die bevorstehende Rückkehr?
>> 4. Episode: FAMILIENQUERELEN
Welche Dokumente erlauben eine Rekonstruktion der Ursprünge der christlichen Bewegung?
HENGEL
Im Gegensatz zur zeitgenössischen Geschichte weist die antike Geschichte nur fragmentarische Quellen und unzählige Lücken auf. Es ist nicht möglich, einen zusammenhängenden Bericht über die Geschichte des Urchristentums zu schreiben, wie wir es für die moderne Geschichte tun würden.
Warum lassen sich die Jünger in Jerusalem und nicht in Galiläa nieder?
Wie organisierte sich die erste Gemeinschaft?
Markiert der Konflikt zwischen den Hebräern und den Hellenisten den ersten ernsthaften Bruch?  
STANTON
Manchmal erinnern mich die Apos